Blumenzwiebeln

Blumenzwiebeln im Oktober pflanzen: Tiefe, Abstand und Wühlmausschutz

Das Netz Tulpenzwiebeln liegt im Flur, der Boden ist noch weich: Welche Zwiebeln jetzt in die Erde dürfen, wie tief und dicht sie stehen und wie ein selbstgebauter Drahtkorb sie vor Wühlmäusen rettet.

Blumenzwiebeln im Oktober pflanzen: Tiefe, Abstand und Wühlmausschutz

Warum der Oktober für die meisten Zwiebeln der richtige Moment ist

Das Netz mit fünfzig Tulpenzwiebeln liegt seit dem Wochenende im Flur, daneben lehnt der Spaten, und draußen ist der Boden nach den milden Septembertagen noch locker genug, um ihn ohne Kraftakt umzugraben. In genau dieser Lage stecken im Oktober viele Gärten: Die Zwiebeln sind gekauft, aber ob sie jetzt, nächste Woche oder erst im November in die Erde kommen, wird nach Gefühl entschieden. Dabei gibt es ziemlich klare Zeitfenster. Narzissen, Schneeglöckchen, Krokusse, Hyazinthen und Zierlauch können schon ab September gesetzt werden und brauchen die Wochen vor dem Frost, um Wurzeln zu bilden. Tulpen dürfen ausdrücklich später kommen, üblicherweise von September bis November, während Kaiserkronen, Anemonen und Märzenbecher nach der Übersicht von „Mein schöner Garten“ erst ab Oktober dazugehören. Die meisten dieser Frühblüher lassen sich bis in den Dezember pflanzen, solange kein Bodenfrost angekündigt ist, und wer von einem frühen Frost überrascht wird, deckt die frisch gesetzten Zwiebeln einfach mit Reisig ab. Zu zeitig sollten Sie es allerdings auch nicht angehen, denn in einem sehr milden Herbst treiben Zwiebeln im noch warmen Boden gelegentlich schon aus, und dann droht den jungen Trieben der Winter. Für die Mehrzahl der Sorten ist der Oktober deshalb die ruhigste Wahl.

Beim Kauf: Netzware statt Tüte

Der NDR rät, lose oder in Netzen verpackte Zwiebeln zu nehmen und Tütenware zu meiden, weil sich nur so die Qualität auf den ersten Blick prüfen lässt. Eine gute Zwiebel ist trocken, druckfest, glatthäutig und frei von Schimmel, und sie hat noch keinen Austrieb. Gekaufte Zwiebeln gehören zügig in die Erde, denn bei langer Lagerung im Flur oder in der Garage trocknen sie aus und sind dann nicht mehr zu gebrauchen.

  • Größere Zwiebeln bringen in der Regel die kräftigeren Blüten, deshalb lohnt es sich, bei Tulpen und Narzissen nicht die kleinste Sortierung zu nehmen.
  • Drücken Sie jede Zwiebel kurz zwischen den Fingern; weiche Stellen, Flecken oder ein muffiger Geruch sind ein Grund, sie zurückzulegen.
  • Wer vor allem Insekten helfen oder Schnittblumen ernten will, findet im Handel eigens zusammengestellte Mischungen, die früh blühen oder sich gut für die Vase eignen.

Boden und Standort: Nasse Füße sind das Problem, nicht der Frost

Blumenzwiebeln verzeihen vieles, Staunässe gehört nicht dazu. Lockern Sie das Beet mindestens 25 Zentimeter tief, damit die Wurzeln später leichtes Spiel haben. Auf schwerem, lehmigem Boden arbeiten Sie in jedes Pflanzloch eine etwa zwei bis fünf Zentimeter dicke Schicht Kies oder Sand ein, damit das Wasser abläuft und die Zwiebeln nicht faulen. Als Standort passt sonnig bis halbschattig; Schneeglöckchen kommen auch mit Schatten zurecht, Tulpen und Zierlauch brauchen dagegen viel Sonne, um ihre Blüten voll zu entfalten.

Wie tief, wie dicht: Die Zahlen fürs Pflanzloch

Die Faustregel lautet: zwei- bis dreifache Zwiebelhöhe als Pflanztiefe. Daraus ergeben sich je nach Art diese Richtwerte:

  • Krokusse: etwa 5 bis 8 Zentimeter tief, im Abstand von 5 bis 7 Zentimetern.
  • Tulpen: 10 bis 15 Zentimeter tief, Abstand 8 bis 12 Zentimeter.
  • Narzissen: ebenfalls 10 bis 15 Zentimeter tief, mit 10 bis 15 Zentimetern Platz nach allen Seiten.
  • Hyazinthen bekommen rund 10 Zentimeter Abstand, und große Zierlauchzwiebeln gehören mit 15 bis 20 Zentimetern am tiefsten in den Boden.

Zu flach gesetzte Zwiebeln erfrieren leichter, zu tief gesetzte schaffen es im Frühjahr nicht bis ans Licht, und beides sieht man erst, wenn nichts mehr zu korrigieren ist. Setzen Sie jede Zwiebel mit der Spitze nach oben, drücken Sie die Erde leicht an, ohne sie festzustampfen, und gießen Sie danach einmal durch; mehr Wasser braucht es bei normalem Herbstwetter nicht. Ein Zwiebelpflanzer, mit dem sich gleichmäßige Löcher in der richtigen Tiefe stechen lassen, lohnt sich bei größeren Mengen mehr als die Handschaufel. Pflanzen Sie in lockeren Gruppen statt in Reihen, das wirkt im März natürlicher, und planen Sie großzügiger als gedacht: Für ein üppiges Tulpenbeet nennt der NDR etwa 40 Zwiebeln pro Quadratmeter.

Wühlmäuse: Tulpen gehören in einen Korb

Wo Wühlmäuse im Garten wohnen, ist eine ungeschützte Tulpenzwiebel ein Selbstbedienungsbuffet.

Besonders gern fressen die Nager Tulpen- und Hyazinthenzwiebeln, während sie Narzissen und Kaiserkronen meistens verschmähen. Wir empfehlen deshalb: Haben Sie bereits Wühlmausgänge im Rasen oder im Beet entdeckt, pflanzen Sie Tulpen nur noch im Drahtkorb, und verzichten Sie auf die fertigen Körbe aus Kunststoff. „Mein schöner Garten“ hält sie für keinen sicheren Schutz und für meist zu flach. Ein brauchbarer Korb lässt sich mit Metermaß, Seitenschneider und Bindedraht selbst bauen, und zwar aus verzinktem Maschendraht mit einer Maschenweite von rund zwölf Millimetern:

  1. Schneiden Sie ein Quadrat von etwa 44 mal 44 Zentimetern aus.
  2. Trennen Sie an zwei gegenüberliegenden Seiten je zehn Maschen auf, sodass links und rechts zwölf Zentimeter breite Laschen entstehen.
  3. Knicken Sie Laschen und Seitenwände im rechten Winkel nach oben und befestigen Sie die Laschen mit Bindedraht an den Wänden.
  4. Heben Sie das Pflanzloch so tief aus, dass der Korbrand nur knapp unter dem Erdniveau liegt; oben darf der Korb offen bleiben, weil Wühlmäuse ungern an die Oberfläche kommen.
  5. Streuen Sie eine Sandschicht auf den Boden und setzen Sie die Tulpen im Abstand von fünf bis acht Zentimetern darauf.

Weniger Aufwand macht ein Stück Kükendraht oder Kaninchendraht, das Sie ins Pflanzloch legen, wie es der NDR vorschlägt. Dazu passt etwas Vergrämungsmittel mit intensivem Geruch, das den Wühlmäusen den Appetit verderben soll. Und noch ein Hinweis, der oft untergeht: Der Korb schützt nur, was darin steckt, die Tulpe daneben im ungeschützten Beet gehört trotzdem auf die Speisekarte.

Töpfe und Kübel: Zwiebeln in Schichten

Auch ohne Beet lässt sich der Frühling vorbereiten, denn viele Zwiebelblumen bleiben klein genug für Töpfe, Kästen und Kübel. Gut geeignet sind Zwergnarzissen, Zwergsterntulpen (Tulipa tarda), Zwerg-Iris, Puschkinien, Vorfrühlingsanemonen und Krokusse. Die Gefäße müssen frostfest sein und ein Abzugsloch haben, und über dem Loch sorgt eine Schicht Blähton oder alte Tonscherben dafür, dass überschüssiges Wasser abfließt. Beim Befüllen hilft das Lasagne-Prinzip: Je größer die Zwiebel, desto tiefer kommt sie in den Topf, also zuunterst Tulpen oder Narzissen, darüber Hyazinthen und ganz oben die kleinen Krokusse oder Schneeglöckchen. So blühen die Frühen zuerst, die späteren Sorten schieben sich nach, und der Topf bleibt wochenlang in Bewegung. Weil Zwiebeln die Kälte brauchen, um im Frühjahr zu blühen, bleiben die Töpfe draußen; bei strengem Frost rücken Sie sie nah an die Hauswand oder wickeln sie in Vlies.

Narzissen und Krokusse im Rasen

Der klassische Weg in den Rasen führt über den Spaten: Stechen Sie eine Grassode aus, lockern Sie die Erde darunter, geben Sie etwas Sand ins Pflanzloch, setzen Sie die Zwiebeln hinein und legen Sie die Sode wieder darauf. Fest andrücken, bei Trockenheit angießen, fertig. Für größere Flächen gibt es Pflanzhilfen, die laut NDR je nach Hersteller etwa sechs bis zehn Euro kosten. Bei Krokussen funktioniert sogar der Wurf aus der Hand: Eine Handvoll Zwiebeln fallen lassen und dort setzen, wo sie liegen geblieben sind, dann wirkt die Fläche später nicht wie mit dem Lineal gezogen.

Der Preis für den Blütenteppich ist ein ungepflegter Rasen im Frühjahr. Das welke Laub der Zwiebelblüher darf nicht abgeschnitten werden, weil die Pflanzen darüber Kraft für das nächste Jahr sammeln, und bis es vergilbt ist, müssen Sie mit dem Mäher um die Inseln herum. Wer seinen Rasen im April gern kurz hält, sollte deshalb nur in Randbereichen oder unter Bäumen pflanzen.

Nach dem Pflanzen: Schild, Reisig und die Haustiere

Im Winter brauchen Blumenzwiebeln keine Pflege, aber sie brauchen Ihr Gedächtnis. Stecken Sie ein beschriftetes Pflanzschild neben jede Gruppe, damit Sie im Frühjahr nichts versehentlich umgraben oder überpflanzen. Sollte nach einem milden Spätherbst im Frühling zu früh Grün erscheinen, genügen Tannenzweige als Abdeckung. Empfindliche Edel-Tulpen graben Sie nach dem Vergilben des Laubes alle zwei bis drei Jahre aus und lagern sie ein; die meisten Frühblüher, die verwildern sollen, bleiben dagegen dauerhaft im Boden. Pflanzen Sie Tulpen außerdem nicht jahrelang an dieselbe Stelle, denn dann steigt der Pilzdruck, und Krankheiten wie das Tulpenfeuer (Botrytis tulipae) haben leichtes Spiel.

Ein Punkt gehört noch in die Planung, wenn Hund oder Katze im Haushalt leben: Tierärzte weisen darauf hin, dass alle Teile der Zwiebelpflanzen für Haustiere giftig sind, Narzissen, Tulpen und Hyazinthen eingeschlossen. Die Narzisse, die Wühlmäuse meiden, ist also für den Hund keineswegs die sicherere Wahl, und wer sein Tier schützen will, muss die Zwiebeln unerreichbar halten, statt nach der harmloseren Art zu suchen. Lassen Sie das Netz mit den Zwiebeln nicht auf der Terrasse liegen, bis Sie Zeit haben, und räumen Sie übrig gebliebene Zwiebeln sofort weg. Stecken Sie die Pflanzschilder gleich beim Setzen dazu, dann wissen Sie im März, wenn der Boden noch grau ist und nichts verrät, was darunter schläft, genau, wo Sie nicht graben dürfen.