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Kaminofen und Schornstein startklar machen: Die Checkliste vor dem ersten Feuer der Heizsaison 2026

Bevor der erste Herbstabend am Kaminofen verbracht wird, lohnt sich ein Blick auf Schornstein, Dichtungen und Brennholzfeuchte – sonst wird aus Gemütlichkeit schnell Qualm im Wohnzimmer.

Kaminofen und Schornstein startklar machen: Die Checkliste vor dem ersten Feuer der Heizsaison 2026

Der erste kühle Septemberabend, die Kinder sitzen schon in Wolldecken gewickelt auf dem Sofa, und beim ersten Anzünden des Kaminofens quillt statt wohliger Wärme beißender Rauch ins Wohnzimmer, weil der Schornstein seit April niemand mehr gesehen hat. Genau dieses Szenario wiederholt sich jeden Herbst in Tausenden deutschen Haushalten, und meistens liegt es nicht am Ofen selbst, sondern an drei vernachlässigten Details: einem verrußten Rauchrohr, zu feuchtem Brennholz und einer Dichtung an der Ofentür, die im Sommer spröde geworden ist. Wer jetzt, Ende August, noch vor dem großen Ansturm auf die Kaminkehrer-Termine handelt, erspart sich genau diesen Moment – und zahlt am Ende oft weniger, weil ungeplante Reparaturen im Oktober oder November grundsätzlich teurer sind als eine geplante Wartung im Spätsommer.

Warum der Kaminkehrer-Termin jetzt und nicht im November

In Deutschland regelt die Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO), wie oft der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger einen Kaminofen oder eine offene Feuerstätte kontrollieren muss – je nach Brennstoff und Baujahr ein- bis dreimal jährlich, bei den meisten modernen Scheitholzöfen reicht eine Kehrung pro Jahr plus eine Feuerstättenschau alle sieben Jahre. Das Problem ist saisonal, nicht rechtlich: Sobald die Temperaturen im September unter zehn Grad fallen, rufen gleichzeitig Zehntausende Haushalte ihren Kaminkehrer an, und wer erst dann anruft, bekommt häufig frühestens Mitte November einen Termin – mitten in der ersten Kälteperiode. Rufen Sie jetzt an, im August oder in der ersten Septemberwoche, bekommen Sie in den meisten Kehrbezirken noch innerhalb von zehn bis vierzehn Tagen einen Slot, und die Gebühr selbst ändert sich dadurch nicht: Die Kehr- und Überprüfungsordnung schreibt für jeden Bezirk feste Höchstpreise vor, üblicherweise zwischen 25 und 45 Euro für eine einfache Kehrung, plus eine separate Gebühr für die Feuerstättenschau.

Eine Ausnahme gibt es: Wer ausschließlich mit einem raumluftunabhängigen Pelletofen mit automatischer Zündung heizt, kommt in manchen Bundesländern mit saisonal selteneren Kehrterminen aus, weil die Verbrennung gleichmäßiger abläuft und weniger Ruß entsteht – das gilt aber nicht für den klassischen Scheitholz-Kaminofen, und im Zweifel entscheidet ohnehin der zuständige Schornsteinfeger vor Ort, nicht eine allgemeine Faustregel aus dem Internet. Für die weit überwiegende Mehrheit der Kaminöfen in deutschen Wohnzimmern bleibt es trotzdem bei der klassischen jährlichen Kehrung, unabhängig vom verwendeten Brennstoff.

Die Checkliste vor dem Kaminkehrer-Besuch

  • Rauchrohr und Ofenrohr auf Ruß- und Teerablagerungen prüfen – bei starkem Belag reinigen lassen, bevor der Kaminkehrer kommt, sonst dauert der Termin länger und kostet mehr
  • Türdichtung der Kaminofen-Tür auf Risse und Verhärtung kontrollieren
  • Glasscheibe von Ascheresten befreien, am besten mit feuchtem Zeitungspapier in kalter Asche gewälzt
  • Wenn beim letzten Betrieb im Frühjahr schon Zugprobleme auffielen, war es wahrscheinlich ein verstopfter oder beschädigter Schornsteinkopf – das lässt sich von unten kaum beurteilen und gehört in die Hände des Fachbetriebs
  • Aschekasten leeren und auf Rostschäden prüfen, unter anderem an den Verbindungsstellen zum Ofenkörper

Brennholz: Feuchtigkeit ist der eigentliche Feind

Das am meisten unterschätzte Sicherheitsrisiko liegt nicht im Ofen, sondern im Holzstapel neben der Terrasse. Nach der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung darf Brennholz für private Kaminöfen einen Wassergehalt von maximal 25 Prozent aufweisen, und in der Praxis sollten es eher 15 bis 20 Prozent sein, wenn das Holz wirklich sauber und mit hoher Energieausbeute verbrennen soll. Frisch geschlagenes Holz liegt je nach Holzart bei 40 bis 60 Prozent Feuchtigkeit und braucht, richtig gestapelt und überdacht, mindestens ein bis zwei Sommer zum Trocknen – Buche und Eiche eher zwei, Birke und Fichte oft schon nach einem Jahr. Wir empfehlen, ein einfaches Feuchtemessgerät noch vor dem nächsten Holzkauf zu besorgen, nicht erst danach: Solche Geräte kosten im Baumarkt zwischen 15 und 30 Euro und sparen im Zweifel mehrere Hundert Euro an Schornsteinreinigung, weil zu feuchtes Holz genau die Kreosot- und Rußablagerungen verursacht, die im schlimmsten Fall zu einem Schornsteinbrand führen. Gekauftes, bereits abgelagertes Kaminholz erkennen Sie an dunkleren, oft leicht rissigen Stirnflächen und einem hohlen Klang, wenn zwei Scheite gegeneinandergeschlagen werden – klingt es dumpf statt hell, steckt meistens noch zu viel Wasser im Holz. Verzichten Sie außerdem konsequent auf lackiertes, beschichtetes oder mit Chemikalien behandeltes Holz sowie auf größere Mengen Zeitungspapier als Anzünder, weil beides giftige Dämpfe freisetzt und als Kaminbrennstoff in den meisten Bundesländern ohnehin nicht zulässig ist.

Anzündtechnik von oben nach unten

Die klassische Methode, große Scheite unten und Anzünder obenauf, erzeugt beim Kaltstart die meisten Schadstoffe, weil die Flamme durch das kalte Holz nach oben zieht und dabei unvollständig verbrennt. Die bessere Wahl ist die sogenannte Anzündtechnik von oben: grobes Holz unten, feineres Kaminholz und Anzünder ganz oben, sodass das Feuer von oben nach unten durchbrennt und der Rauch beim Durchqueren der heißen Glutzone nachverbrennt. Das Umweltbundesamt empfiehlt dieses Verfahren seit Jahren ausdrücklich, weil es den Feinstaubausstoß gegenüber der klassischen Anzündweise deutlich senkt, auch wenn viele Kaminbesitzer noch immer bei der alten Methode bleiben, einfach aus Gewohnheit.

Der erste Brand der Saison

Zu kalt angezündet, ist der teuerste Fehler der ersten Herbstwochen.

Ein Schornstein, der seit April nicht mehr in Betrieb war, hat sich mit kalter, schwerer Luft gefüllt, die dem aufsteigenden Rauch zunächst entgegensteht – genau deshalb zieht der erste Kaminofen-Abend im Herbst so oft schlecht, obwohl an Ofen und Schornstein objektiv nichts defekt ist. Ein kurzes Anheizfeuer aus Zeitungspapier oder einem kleinen Anzünder, direkt an der Reinigungsöffnung des Schornsteins oder im Ofen selbst entfacht, erwärmt die Luftsäule innerhalb weniger Minuten und sorgt für ordentlichen Zug, bevor das eigentliche Feuer entzündet wird. Ein Fenster in Ofennähe für die ersten zehn Minuten leicht gekippt zu lassen hilft zusätzlich, weil moderne, gut gedämmte Häuser oft schlicht zu wenig Verbrennungsluft nachliefern – ein Effekt, der bei älteren Häusern mit undichten Fenstern praktisch nie auftritt.

Rauchmelder und CO-Warner: die unterschätzte Sicherheitsfrage

Rauchwarnmelder sind in Wohnräumen in den meisten Bundesländern ohnehin Pflicht, doch ein CO-Warner speziell in Kaminofen-Nähe ist es nicht – und genau das führt jeden Winter zu vermeidbaren Vergiftungsfällen, weil Kohlenmonoxid geruchlos ist und selbst ein technisch einwandfreier Ofen bei Rückstau kurzzeitig CO in den Raum abgeben kann. Ein CO-Warner mit eigenem Sensor, kein reiner Rauchmelder, kostet zwischen 20 und 40 Euro und gehört unserer Einschätzung nach in jeden Raum mit offener Feuerstätte, unabhängig davon, wie neu oder alt der Ofen ist. Modelle von Herstellern wie Ei Electronics oder Kidde erfüllen die Norm EN 50291 und zeigen den CO-Wert oft sogar digital an, statt nur stumm bei Grenzwertüberschreitung zu piepen.

Alte Öfen und die Feinstaubverordnung: Was der Kaminkehrer jetzt genau prüft

Seit dem 31. Dezember 2024 dürfen Kaminöfen und Kachelofeneinsätze, die zwischen 1995 und dem 21. März 2010 eingebaut wurden und die Grenzwerte der zweiten Stufe der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung – 0,04 Gramm Staub und 4 Gramm Kohlenmonoxid je Kubikmeter Abgas – nicht nachweislich einhalten, eigentlich nicht mehr ohne Nachrüstung betrieben werden. In der Praxis prüft genau das der Kaminkehrer bei der nächsten Feuerstättenschau, spätestens aber, wenn er ohnehin zur regulären Kehrung kommt, und trägt das Baujahr des Ofens im sogenannten Kehrbuch fest; wer die Frist verstreichen ließ, riskiert eine Betriebsuntersagung, keine Geldstrafe im eigentlichen Sinne, aber einen kalten Kaminofen bis zur Nachrüstung. Das Baujahr steht meist auf dem Typenschild im Feuerraum oder an der Rückwand des Ofens, und im Zweifel gibt der Hersteller über die Modellnummer Auskunft – Hark, Olsberg, Spartherm und Skantherm sind die vier Marken, die in deutschen Wohnzimmern am häufigsten stehen. Ein nachträglich ins Ofenrohr eingebauter Feinstaubabscheider kostet zwischen 400 und 900 Euro und kommt ohne Umbau des Ofens selbst aus; ein kompletter Ofentausch bewegt sich, inklusive Einbau durch den Ofenbauer, meist zwischen 1.500 und 4.000 Euro, je nach Modell und Leistungsklasse.

Nachlegen ohne Überladen: die Faustregel für den ganzen Winter

Der zweithäufigste Fehler passiert nicht beim ersten Anzünden, sondern Wochen später, wenn sich die Routine eingespielt hat und aus Bequemlichkeit gleich drei oder vier Scheite auf einmal in die Glut wandern. Die meisten Kaminöfen sind für eine Nennwärmeleistung ausgelegt, die auf dem Typenschild in Kilowatt angegeben ist – üblicherweise zwischen fünf und acht Kilowatt für ein normales Wohnzimmermodell –, und diese Leistung passt in der Regel zu ein bis anderthalb Kilogramm Holz pro Nachlegen, nicht zu einem halben Arm voll. Wird deutlich mehr aufgelegt, steigt die Verbrennungstemperatur über den vom Hersteller vorgesehenen Bereich, was den Stahlkorpus und die Schamottesteine im Innenraum schneller altern lässt und in manchen Fällen sogar zu Rissen führt, die dann eine kostspielige Reparatur nach sich ziehen. Die Luftzufuhr sollte in den ersten Minuten nach dem Nachlegen voll geöffnet bleiben, bis sich Flammen bilden, und erst danach gedrosselt werden – ein Ofen, der dauerhaft mit fast geschlossener Luftklappe betrieben wird, um das Holz zu strecken, glimmt statt zu brennen und produziert genau die unvollständige Verbrennung, die im Schornstein als Kreosot landet.

Was der Kaminkehrer am Ende kostet – und was nicht

Die reine Kehrung eines Kaminofens kostet je nach Bezirk zwischen 25 und 45 Euro, die Feuerstättenschau, die nur alle sieben Jahre fällig wird, liegt meist bei 35 bis 60 Euro. Wird bei der Kehrung ein Mangel festgestellt – ein gerissenes Rauchrohr, eine undichte Tür, ein verstopfter Schornsteinkopf –, stellt der Kaminkehrer eine sogenannte Feuerstättenmängelmeldung aus, und die eigentliche Reparatur übernimmt separat ein Ofenbauer oder Schornsteinfegerbetrieb, mit Kosten, die stark schwanken: Ein neuer Dichtungssatz für die Ofentür liegt bei 15 bis 25 Euro und lässt sich in den meisten Fällen noch selbst einbauen, ein neues Rauchrohr dagegen schnell bei 150 Euro aufwärts, je nach Länge und Material.

Wer im August noch schnell selbst zur Dichtschnur aus dem Baumarkt greift und sie mit hitzebeständigem Kleber neu einsetzt, braucht dafür kaum mehr als eine halbe Stunde und spart sich genau die Vor-Ort-Anfahrt, die bei vielen Ofenbaubetrieben inzwischen separat berechnet wird.