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Garten gießen im Hochsommer: Wann, wie viel und womit Sie Wasser sparen

Täglich gießen ist im Hochsommer oft genau falsch. Wann, wie viel und womit Sie den Garten wirklich durch die Hitze bringen — vom Mulch bis zur Regentonne.

Garten gießen im Hochsommer: Wann, wie viel und womit Sie Wasser sparen

Ende Juni, die erste richtige Hitzewelle steht vor der Tür, und im Garten passiert genau das Falsche: Viele greifen abends zum Schlauch, drehen voll auf und wässern jeden Tag ein bisschen. Genau so trocknet ein Beet langsam aus, obwohl täglich Wasser fließt. Das Wasser bleibt in den obersten Zentimetern, die Wurzeln wachsen flach nach oben, und sobald zwei Tage niemand gießt, hängt alles schlaff in der Sonne. Wer im Hochsommer klug mit Wasser umgeht, gießt seltener, dafür gründlich, und denkt schon beim ersten heißen Tag an die nächste Trockenphase.

Morgens gießen schlägt abends — und zwar deutlich

Der beste Zeitpunkt liegt zwischen fünf und acht Uhr morgens. Der Boden ist noch kühl, das Wasser sickert ein, statt sofort zu verdunsten, und die Pflanzen gehen gut versorgt in den heißesten Teil des Tages. Abends klingt praktischer, hat aber zwei Haken: Die Erde ist nach einem Sonnentag aufgeheizt, ein Teil des Wassers verdampft sofort, und feuchtes Laub bleibt die ganze Nacht nass. Das ist eine Einladung an Mehltau und Schnecken, besonders bei Zucchini, Gurken und Phlox.

Gießen Sie morgens und gründlich. Lieber zweimal pro Woche eine durchdringende Wassergabe als jeden Tag ein oberflächliches Schlückchen. Als Faustregel für ein Gemüsebeet rechnet man mit rund 15 bis 20 Litern pro Quadratmeter und Woche, bei großer Hitze entsprechend mehr. Wer kontrollieren will, ob es reicht: nach dem Gießen mit dem Finger oder einem Holzstab fünf bis zehn Zentimeter tief in die Erde — ist es dort feucht, sitzt das Wasser richtig.

Mittags nicht — außer es brennt wirklich

Das alte Märchen von den Wassertropfen, die wie Brenngläser Blätter verbrennen, stimmt im Hausgarten kaum. Das eigentliche Problem mittags ist Verschwendung: Bei 32 Grad verdunstet ein großer Teil, bevor er bei den Wurzeln ankommt. Hängt der Salat um die Mittagszeit aber wirklich am Boden, hilft eine schnelle Gabe direkt an die Wurzel mehr als das Prinzip. Pflanze vor Dogma.

Mulchen ist die halbe Miete

Eine Mulchschicht ist im Hochsommer wirksamer als jede zusätzliche Gießkanne. Eine drei bis fünf Zentimeter dicke Lage Rasenschnitt, Stroh oder Rindenmulch hält die Feuchtigkeit im Boden, dämpft die Verdunstung spürbar und hält gleichzeitig die schlimmsten Unkräuter klein. Angetrockneter Rasenschnitt vom eigenen Mähen kostet nichts und ist für Gemüsebeete oft die beste Wahl — frisch und dick aufgetragen fängt er allerdings an zu faulen und zu stinken, deshalb dünn und leicht angetrocknet ausbringen.

Im Ziergarten macht Rindenmulch optisch mehr her; ein 60-Liter-Sack liegt im Baumarkt je nach Körnung bei etwa 4 bis 8 Euro. Ein Punkt, den viele übersehen: Rindenmulch entzieht dem Boden beim Verrotten Stickstoff. Bei Stauden und Sträuchern ist das egal, bei Starkzehrern wie Tomaten oder Kohl sollten Sie vorher etwas Hornspäne einarbeiten, sonst werden die Blätter blass.

Regenwasser sammeln — der Sommer 2026 wird es Ihnen danken

Leitungswasser für den Garten ist teuer und in vielen Gemeinden im Hochsommer ohnehin knapp. Eine Regentonne ist die einfachste Investition, die sich schnell rechnet. Die klassische 300-Liter-Tonne in Grün gibt es ab rund 30 Euro, dekorative Modelle in Amphoren- oder Wandoptik von GARDENA oder 4rain liegen bei 80 bis 150 Euro. Wichtiger als das Aussehen ist ein Regensammler im Fallrohr und ein Deckel gegen Mückenlarven und ertrinkende Igel.

Wer mehr Fläche hat, kombiniert mehrere Tonnen mit einem Verbindungsset oder steigt gleich auf einen Erdtank um. Und noch ein Hinweis, den die Hersteller selten laut sagen: Regenwasser ist weicher und kalkärmer als Leitungswasser, was Moorbeetpflanzen wie Hortensien, Rhododendron und Heidelbeeren ausgesprochen gut bekommt. Diese Pflanzen reagieren auf hartes Leitungswasser auf Dauer mit gelben Blättern.

Eine kleine Pumpe spart den krummen Rücken

Wer aus der Tonne mit der Gießkanne schöpft, kennt das nach drei Wochen Hitze. Eine Regenfasspumpe wie die Kärcher BP 1 Barrel kostet rund 60 bis 80 Euro, hängt in die Tonne und versorgt Schlauch oder Brause mit ordentlichem Druck. Für größere Gärten lohnt sich ein Tropfschlauch von GARDENA oder Kärcher, der das Wasser tröpfchenweise direkt an die Wurzel bringt — gerade bei Hecken und Gemüsereihen die sparsamste Methode überhaupt.

Der Rasen darf braun werden

Hier die unbequeme Wahrheit: Einen normalen Gebrauchsrasen im Hochsommer grün zu halten, kostet enorm viel Wasser und bringt wenig. Gräser sind erstaunlich zäh. Wird der Rasen in der Trockenheit gelb und strohig, ist er nicht tot, sondern in einer Art Ruhephase. Mit dem ersten ordentlichen Regen im Spätsommer ergrünt er innerhalb von ein bis zwei Wochen wieder von selbst.

Wenn Sie den Rasen trotzdem grün halten wollen oder müssen, gibt es ein paar Stellschrauben, die wirklich etwas bringen: Mähen Sie höher, fünf bis sechs Zentimeter statt der üblichen drei — längere Halme beschatten den Boden und halten ihn feucht. Lassen Sie das Schnittgut bei großer Hitze ruhig liegen, es wirkt wie eine dünne Mulchschicht. Wässern Sie auch hier selten und durchdringend, etwa einmal pro Woche richtig, statt täglich oberflächlich. Und verzichten Sie im Hochsommer komplett auf Dünger, denn frisch gedüngtes Gras verbrennt in der Hitze noch schneller.

Eine Sache sollten Sie sich allerdings sparen: das Vertikutieren mitten im Sommer. Der Rasen ist ohnehin gestresst, und die offenen Stellen trocknen sofort aus. Das gehört ins Frühjahr oder den frühen Herbst.

Was wirklich Wasser zieht — und was kaum

Nicht jede Pflanze braucht im Hochsommer gleich viel. Frisch gepflanzte Sträucher und Bäume aus diesem Frühjahr sind die Sorgenkinder, weil die Wurzeln noch nicht tief genug reichen — die brauchen alle paar Tage eine großzügige Wassergabe direkt an den Stamm. Topfpflanzen auf der Terrasse trocknen am schnellsten aus, dunkle Töpfe an der Südwand mitunter zweimal täglich.

Entspannt durch den Sommer kommen dagegen etablierte, tief verwurzelte Stauden und mediterrane Klassiker. Lavendel, Salbei, Thymian, Sedum und Ziergräser sind genau für diese Bedingungen gemacht. Wer ohnehin überlegt, ein pflegeintensives Beet umzubauen, sollte die nächste Trockenphase als Argument nehmen — ein Kiesbeet mit Lavendel und Fetthenne übersteht den August fast ohne Zutun, während die Sommerstauden daneben nach jedem heißen Tag nach Wasser verlangen.